In diesem Abschnitt widmen wir uns einem Rückblick auf die Geschichte unseres Tales und Ortes und auf die Entwicklung unseres Haus.
"Die Gastein" war als größtes aller Tauerntäler in keltischer und römischer Zeit mit Sicherheit schon dünn besiedelt. Die systematische Urbarmachung des Tales setzte erst im 9. Jahrhundert ein. An ihr waren bajuwarische, aber auch slawische Siedler beteiligt. 1297 verkauften die Herzöge von Bayern das Gasteinertal an das Erzstift Salzburg. Die geschichtliche Entwicklung bestimmte: Die alpine Landwirtschaft, der Goldbergbau und das Heilwasser.
Unser Ort ehemals "Hof in der Gastein" genannt zählt zu den ältesten Ansiedlungen der hochgelegenen Alpentäler und ist seit jeher historischer Mittelpunkt. An beherrschender Stelle in der Mitte des Marktes steht die große gotische Kirche, ein prächtiges Baudenkmal längst vergangener Zeiten.
Mit dem Goldbergbau im Mittelalter kam es zu einer unglaublichen Entfaltung von Bergbau und Wirtschaft. Aus dem ganzen Reich strömten Knappen ins Tal, mit ihnen Kaufleute und Handwerker. Verkehrswege und eine Postverbindung wurden eingerichtet, die Erzbischöfe griffen fördernd ein, Bürger, Edelleute und bekannte Gewerkenfamilien ließen sich in Hofgastein dem "Goldenen Stadtl" nieder. An diese erste große Blütezeit unseres Ortes erinnert heute eindrucksvoll das Weitmoserschloß. Der Sturz der Goldpreise durch das amerikanische Angebot, Naturkatastrophen, widrige klimatische Verhältnisse und religiöse Unruhen führten schließlich zum völligen Niedergang.
Erste Hinweise auf die Nutzung der Gasteiner Thermalquellen gibt es bereits aus dem Jahre 1230. Sie hatten vorerst nur örtliche Bedeutung und wurden vom Bergbau in den Hintergrund gedrängt. Der letzte mittelalterliche Kaiser Friedrich III. weilte schon als Kurgast in Wildbad Gastein. Als Kaiser Franz I. die Bedeutung der Heilquellen erkannte, deren Ausbau anordnete, stieg die Frequenz so an, daß Kurgäste auf Quartiere in Hofgastein ausweichen mußten. Der Bräuer Moser und der große Wohltäter und Gönner unseres Ortes Ladislaus Pyrker, Erzbischof und Patriach von Venedig gründeten eine Gesellschaft und ließen die erste Holz-Thermalwasserleitung von Gastein nach Hofgastein erbauen. 1828 wurde die Anerkennung als Heilbad verliehen. Nach wechselvollen Jahrzehnten wurde 1905 die Tauernbahn eröffnet. Die Gemeindeväter und Bürger erkannten die Bedeutung der Bahn und strebten mit großer Schaffenskraft dem Ziel entgegen Hofgastein zu einem modernen Kurort auszubauen. Promenaden und Kuranlagen wurden angelegt und Kurhäuser errichtet. Seit 1936 führt der Markt die Bezeichnung “Bad Hofgastein”. Nach dem 2. Weltkrieg setzte dann eine ruhige, stetige Aufwärtsentwicklung ein.
Als echte Wiege des Wintersports in Österreich darf auch unser Ort bezeichnet werden. Vor der Jahrhundertwende gab es schon Hofgasteiner, die mit selbst gebauten Schiern unterwegs waren. 1908 wurde der Wintersportverein gegründet. Oberst Bilgerie hielt auf der Schloßalm in den 20er Jahren die ersten Schikurse ab und leitete damit eine erfolgreiche Entwicklung ein.
Im Spannungsfeld einer sich immer rasanter entwickelnden Gesellschaft ist aber die Geschichte und Entwicklung Bad Hofgasteins - neben der Notwendigkeit den Herausforderungen der Zukunft aktiv zu begegnen - immer wieder eine Verpflichtung zur Rückbesinnung auf Traditionen und Werte, die erhalten bleiben sollen: Der Erholungswert unserer Landschaft und Natur hat immer Saison, werden weiterhin Eckpunkte im Angebot für unsere Gäste bleiben.
Wechselhaft wie die Geschichte des Gasteiner- tales ist auch die unseres Hauses. Von meinem Urgroßvater Viktor Rauscher erbaut und im Juni 1930 eröffnet war es damals ein schönes, modernes Kurhaus mit Thermalbädern, solider Ausstattung und umgeben von Wiesen und Feldern.
Die erste und zweite Generation leitete von Anfang an den Betrieb und betreute mit persönlichem Einsatz die Gäste. Die erste Saison verlief gut und erfolgreich. Bald kündigte sich aber die Weltwirtschaftskrise an. Die nächsten Jahre waren politisch und wirtschaftlich sehr schwierig. Im zweiten Weltkrieg wurden aus den Beherbergungsbetrieben Lazarette. Viele kranke und verwundete Soldaten fanden hier Ruhe, Heilung und auch Hoffnung auf Heimkehr. Erst nach Abzug der Besatzungstruppen konnte notdürftig mit wenigen Mitteln die Instandsetzung des Hauses begonnen werden. In den nächsten Jahren wurde Grund angekauft und ein westseitiger Anbau errichtet.
Von 1978 bis 2000 leitete meine Mutter unseren Familienbetrieb und setzte wie es schon bei den Großeltern der Fall war, den Ausbau fort. Die Pflege der Gesundheit hat Tradition. Aus der Thermalbadeanlage entstand eine moderne Therapiestation. Mit der Erschließung der Gasteiner Bergwelt kamen immer mehr Sportgäste und unser Angebot weitete sich aus.
Nun verwöhne ich unsere Gäste täglich neu mit regionalen und saisonalen Köstlichkeiten. Aus dem Kurhaus wurde inzwischen ein Haus mit allem ausgestattet, dass ein kleines aber feines Hotel auszeichnet.
Unseren Gästen wollen wir weiter ein Haus präsentieren in dem man sich, vom Alltag losgelöst, wohl fühlt und in ansprechender und familiärer Atmosphäre den Urlaub genießt.
Hotel Rauscher und Paracelsus | Kurpromenade 20 | A-5630 Bad Hofgastein | Telefon: +43 6432 6412 0 | Fax: +43 6432 6412 18 | email: info@hotel-rauscher.com | admin